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Hinter den Fassaden – die schönsten Seiten von Baku

In Stadt on 27. Oktober 2011 at 07:41

Obwohl es in den letzten Tagen mehr geregnet hat als mir lieb sein konnte, wächst mir Baku langsam ans Herz . Ich kann mich nicht lösen von meiner Begeisterung für all die kleinen Hinterhöfe, die den Ortskundigen als Abkürzungen dienen, von den tiefen dunklen Tordurchfahrten, in denen die Obsthändler sitzen und den von frischer Wäsche beschattete Häuserschluchten, durch die die fliegenden Händler ziehen und bunte Plastikeimer zum Kauf anbieten.

Blick in einen Hinterhof

Hinter verschwiegenen Treppenhäusern, in denen die Farbe abblättert liegen eigene kleine Welten. Hier wird gelebt, gefeiert, gehandelt und gestritten. Und immer und überall hängt Wäsche zum Trocknen. Kreuz und quer werden die Leinen gespannt.  Sie laufen alle über kleine Räder, so dass man die trockene Wäsche wieder zu sich heranziehen kann um sie abzunehmen – sehr praktisch das alles. Und so pittoresk.

Innenhof mit Wäscheleinen

Während die meisten der alten Bürgerhäuser zur Straße hin eine mehr oder weniger aufgeräumte Fassade präsentieren, würden ihre Hinterhöfe jedem deutschen Bauingenieur oder Stadtplaner das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Enge der Wohnungen, in denen nicht selten ganze Großfamilien mit mehreren Generationen leben, lässt die Menschen kreativ werden. Da entstehen Balkons, die kurz darauf zu Wintergärten mutieren, die sich kurz darauf zu richtigen Zimmern mausern.

Blick hinter ein Bakuer Wohnhaus

Da man Wohnungen hierzulande eher besitzt als mietet, ist das alles kein Problem. Hausgeld wie in Deutschland gibt es nicht, jeder macht wie er denkt und kann. So entsteht ein buntes Flickwerk aus alten und neuen Gesimsen, Mauern und Stützen. Es herrscht ein Geist fröhlicher Anarchie.  Meine Gastredaktion liegt auch in so einem Hinterhof.  Während aus den Wohnungen nebenan Essensgerüche aufsteigen, wird bei uns in die Tasten gehauen. – Meistens zumindest. Einmal im Jahr aber hat der Chef Geburtstag. Dann wird vor allem getafelt und Geschichten aus der guten alten Zeit machen die Runde.

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